Warum Franz Beckenbauer zum reuigen Sünder est

Warum Franz Beckenbauer zum reuigen Sünder est
Warum Franz Beckenbauer zum reuigen Sünder est

Während die Niederländer, der neue WM-Geheimfavorit, ihren ersten kleinen Dämpfer erhalten und gegen kampfstarke Schweden nur ein 0:0 erreichen, und während die Italiener, von 13 der 18 Bundesligatrainer vor dem Turnier als Finalist gegen Deutschland getippt, nur 1:1 gegen Argentinien spielen, sieht die Ausgangslage des Gastgebers nach zwei Siegen in zwei Spielen gar nicht so schlecht aus.

Als einziges Team neben Polen ist Deutschland schon vor dem letzten Vorrundenspiel für die Finalrunde qualifiziert. Doch die Stimmung im Land ist schlecht bis miserabel. Und verlangt nach Erklärungen, ja Entschuldigungen.

Franz Beckenbauer – der bei dieser WM viel mehr ist als nur Libero und Kapitän, nämlich auch Verhandlungsführer, Chefdiplomat, Krisenmanager, Pressesprecher, Neben-Bundestrainer und erst nach alldem auch ein unvergleichlicher Fußballer – hat nach dem Eklat beim 3:0 gegen Australien noch eine weitere Rolle. Auch sie beherrscht er perfekt: die des reuigen Sünders.

Zuschauer durch die Leistung „versöhnen“

„Franz, der Impulsive, sieht einen Tag später wie verwandelt aus: nett, höflich und zuvorkommend“, schreibt das „Hamburger Abendblatt“. Charmant entschuldigt er sich für die abfälligen Gesten gegenüber dem Publikum und das Ausspucken auf den Rasen.

„Ich habe mich etwas danebenbenommen. Ich wurde von einigen Zuschauern beleidigt. Was folgte, war von mir eine Entgleisung, die so schnell nicht wieder vorkommen wird“, sagt Beckenbauer. Und äußert die Hoffnung, „die Zuschauer im Spiel gegen die DDR durch eine besonders gute Leistung versöhnen zu können.“

Das wird zwar nicht gelingen, doch in einem anderen Punkt, den er anspricht, wird Beckenbauer erfolgreich sein. Öffentlich beklagt er, „dass wir zu viel trainieren“, zwei Einheiten pro Tag. Man sehe im deutschen Spiel, „dass wir keine Frische haben, dass wir nicht spritzig sind“.

An persönlicher Einsatzbereitschaft mangelt es nicht, auch nicht bei den großen Stars. In der kurzen Erholungspause nach dem Saisonende mit dem FC Bayern hat Beckenbauer weitertrainiert und dafür privat Werner Kern, den Assistenten von Bayern-Trainer Udo Lattek, verpflichtet. Und Gerd Müller hat noch ein paar Tage Familienurlaub in Venetien gemacht – und jeden Abend mit den Kickern von Abano Calcio trainiert.

Bundestrainer Helmut Schön hört, wie eigentlich immer, auf seinen Kapitän. Die Trainingsumfänge werden reduziert. Für das DDR-Spiel reicht das Frischeprogramm nicht mehr. Doch bald werden Beckenbauers Pläne aufgehen.

 
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